Schneiderpuppen auf Ausstellung im Puppenshop Berlin präsentiert
Die meisten Menschen kennen sicher die weibliche Schneiderpuppe oder auch die männliche, höhenverstellbare Schneiderbüste als unersetzliches Hilfsmittel des Schneiders oder auch der Hausfrau, die sich gern als Hobbyschneiderin betätigt und die dabei für die Mitglieder der Familie oder für Bekannte das eine oder andere Kleidungsstück schneidert.
Doch für viele unter uns ist die Schneiderpuppe nicht nur Arbeitsmittel oder vielleicht auch Dekorationsgegenstand, sondern in erster Linie Sammelobjekt.
Und bei genauerem Hinsehen fällt einem auf, dass diese Objekte nicht nur praktisch, sondern vor allem schön und manche sogar einzigartig und wunderschön sind und man sich von ihrem Aussehen beeindrucken lassen kann.
Eine Ausstellung von Schneiderpuppen und Schneiderbüsten aus hundert Jahren
Wie vielfältig die Schneiderpuppe in Vergangenheit und Gegenwart war und ist, zeigte vor kurzem ein Puppenshop in Berlin, der in Zusammenarbeit mit einer ganzen Reihe von Sammlern älterer und neuer Schneiderbüsten, eine sehr interessante Ausstellung organisierte.
Angeregt durch die immer höhere Nachfrage der Kunden des Online-Shops nach Schneiderpuppen, wobei die starre Schneiderpuppe und die Schneiderbüste weiblich eine zentrale Rolle einnehmen, hatten sich die Mitarbeiter entschlossen, eine Lanze für diese Schneiderbüsten und Schneiderpuppen zu brechen.
Es war wirklich erstaunlich, wie viele verschiedene Schneiderfiguren und Schneidertorso derzeit noch im Umlauf sind, oder sich in Privatsammlungen bester „Gesundheit“ und Pflege erfreuen.
Ein Highlight bildeten dabei auch Kinder-Schneiderpuppen, die in einem Teil der Exhibition einen eigenen Raum beanspruchten. Es handelte sich hierbei um Kinderschneiderpuppen, die aus den siebziger Jahren stammten und bereits aus einem Vorläufer des heute sehr gern für die Herstellung von Schneiderbüsten verwendeten Werkstoffes Styropor gefertigt worden waren.
Sogar Schneiderpuppen mit Blumenmuster gab es zu bestaunen
Neben diesen Glanzpunkten aus der Geschichte der Schneiderpuppe, konnte man noch weitere Meilensteine der Historie bestaunen.
So waren unter anderem zwei Schneiderpuppen aus einem Weidengeflecht ausgestellt. Diese Form der Schneiderbüste war der eigentliche Ausgangspunkt.
Mithilfe von solch einem Schneidertorso, übermittelte man früher die Maße der meist wohlhabenden Kundin an den Schneider und ersparte ihr somit den meist beschwerlichen Weg in das Atelier oder die Werkstatt des Meisters.
Daneben konnte man noch viele weitere wunderschöne Schneiderpuppen bestaunen, unter denen wirkliche Kunstwerke zu finden waren.
So sah man Schneiderpuppen auf Holzständer, die mit wunderschönen geschnitzten Füßen für sicheren Halt sorgten und die auf ihrem Hals edle, handgeschnitzte Holzknäufe besaßen, wobei einer sogar aufklappbar war, um verschiedenen Nähutensilien Platz zu bieten.
Weiterhin zeigten einige Aussteller Schneiderpuppen mit geblümtem Bezugsstoff oder sogar Schneiderbüsten mit Bezugsstoff aus Samt, sowie verschiedenen Strass-Applikationen, die dem Schneidertorso ein sehr edles Aussehen verliehen.
Diese Ausstellung machte in eindrucksvoller Weise deutlich, wie vielfältig die Schneiderbüste ist und sollte vielleicht Anregung für viele Sammler von Schneiderpuppen sein, diese einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.