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Perücken, Puppen und vieles mehr

Echthaarperücken retteten im Mittelalter sogar Leben

Eines der wichtigsten und augenfälligsten natürlichen Accessoires des Menschen sind seine Haare. Wen wundert es dann, wenn Menschen schon seit ihrer Frühzeit zur Echthaarperücke oder zu anderen Perücken griffen, um Mutter Natur nachzuhelfen und ausgehende Haare zu kaschieren.
Besonders die Perücke aus Echthaar ist schon seit den Zeiten Pharaos im alten Ägypten überliefert, als sich die wohlhabenderen Damen und sicher auch so mancher Mann mit einer Perücke ein perfektes Aussehen zu besonderen Anlässen zulegte.
Da bereits in dieser Zeit blonde Haare als Inbegriff der Schönheit galten, streute man sich damals bereits Goldstaub in dunkle Echthaarperücken, was natürlich nur den gut betuchten Schichten der Bevölkerung und eben auch nur zu ganz hohen Feiertagen möglich war.
Auch später im antiken Griechenland und im römischen Reich waren blonde, lange Haare lange Zeit ein Sinnbild für Perfektion und so nutzte man die blonden Haare nordischer, vor allem germanischer Sklavinnen, um daraus Echthaar-Perücken herzustellen. Später waren solche Perrücken allerdings nur noch ein Markenzeichen der Prostituierten, doch auch hier nutzten manche Damen dazu Perrücken aus Echthaar, um am Tage in der Öffentlichkeit einem unbehelligten Leben nachgehen zu können.

Echthaarperücken als Lebensretter vor Hexenverfolgung

Gerade im Mittelalter, als die Hexenverfolgung ihre Blütezeit hatte und Damen mit roten und rotblonden Haaren von Vornherein verdächtigt wurden, konnte eine blonde oder schwarze Echthaarperücke sogar Leben retten, denn so konnte die Betroffene ihren „gefährlichen Kopfschmuck“ recht komfortabel in der Öffentlichkeit verbergen, denn solange solch eine junge Frau nicht verheiratet war, konnte sie ja auch noch nicht die traditionelle Haube tragen, die ihre eigenen echten Haare vor fremden Blicken verbarg.
Selbstverständlich konnte sich nicht jede junge Dame eine Peruecke aus Echthaar leisten und sie musste auf Kunsthaarperücken, die zur damaligen Zeit überwiegend aus Rosshaar angefertigt wurden zurück greifen, was einige von ihnen natürlich schon wieder höchst verdächtig erscheinen ließ und sie trotzdem geradewegs auf den Scheiterhaufen führte.

Perücken als Statussymbol beim Sonnenkönig

Sicher wird sich jeder an die Perücken zur Zeit Ludwig XIV erinnern, als jeder eine möglichst lange Lockenperücke haben wollte, jedoch die des Königs selbst keinesfalls übertrumpfen durfte.
Diese sogenannten Allonge-Perücken waren keine Echthaarperücken, sondern wurden zumeist sehr aufwändig aus Rosshaar gefertigt und anschließend parfümiert und gepudert. Überhaupt gehörte Parfüm und Puder zu dieser Zeit mehr zum Hygienestandard, als Wasser und Seife.
Einige dieser Langhaarperücken findet man übrigens heute noch bei Richtern und Anwälten in Großbritannien.
Die Geschichte der Perücke lässt sich so bis in die heutigen Tage endlos fortschreiben, denn der Gebrauch der Perücke und dabei besonders die Echthaarperrücke zieht sich wie ein roter Faden durch alle Epochen der Geschichte.
Man kann sagen, dass die Geschichte der Echthaarperuecke ein Spiegelbild der jeweiligen Epoche darstellt


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